Sujetbild Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung

Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung

Wann erlangen Steuersünder mit einer Selbstanzeige Straffreiheit?

Die Abgabe berichtigter Steuererklärungen bedingt notwendigerweise die Offenlegung aller bislang verschwiegenen Einkünfte. Damit erhält das Finanzamt von der Steuerstraftat Kenntnis und wird die Bußgeld- und Strafsachenstelle in Kenntnis setzen. Diese prüft, ob durch die Nacherklärungen eine Selbstanzeige wirksam erstattet worden ist. Nur wenn dies der Fall ist, kommt es nicht zur Einleitung eines Steuerstrafverfahrens.

Verschärfungen der Voraussetzungen der Selbstanzeige ab 01.01.2015:

  • Eine Selbstanzeige muss sämtliche Hinterziehungssachverhalte enthalten. Teilselbstanzeigen führen nicht mehr zur Straffreiheit, auch nicht hinsichtlich der nacherklärten Einkünfte.
  • Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist nicht möglich, wenn dem Steuerpflichtigen oder seinem Vertreter (ab dem 01.01.2015 wird dies auf Beteiligte bzw. den Begünstigten erweitert) eine Betriebsprüfungsanordnung bekannt gegeben worden ist.
  • Bei einem Hinterziehungsbetrag ab € 50.000,00 (ab dem 01.01.2015 nur noch bis zu einem hinterzogenen Betrag in Höhe von € 25.000,00) pro Steuerart und Besteuerungszeitraum wird künftig grundsätzlich keine Straffreiheit eintreten. Von der Strafverfolgung wird allerdings abgesehen, wenn neben der Entrichtung der hinterzogenen Steuern und der darauf anfallenden Zinsen eine freiwillige Zahlung von 5 % der verkürzten Steuer geleistet wird (diese Möglichkeit besteht weiterhin, vgl. § 398a AO. Die Höhe des Strafzuschlags wird ab dem 01.01.2015 allerdings an die Höhe des hinterzogenen Beitrages gekoppelt. Er beträgt: 10 % bei einem hinterzogenen Betrag bis zu € 100.000,00 / 15 % bei einem hinterzogenen Betrag zwischen € 100.000,00 und bis zu € 1.000.000,00 / 20% bei einem hinterzogenen Betrag über € 1.000.000,00.)
  • Zusätzlich zum Strafzuschlag fallen zukünftig ohne Ausnahmen Hinterziehungszinsen für den hinterzogenen Betrag an. Werden diese nicht innerhalb einer bestimmten Frist beglichen, ist eine Straffreiheit nicht möglich.
  • Die Verjährungsfrist für die Strafbarkeit von Steuerhinterziehung verlängert sich für alle Fälle auf 10 Jahre (nicht mehr abhängig von der Schwere der Tat) und wurde damit der Verjährungsfrist für die Nachzahlung von Steuerschulden angeglichen.
  • Die Festsetzungsfrist auf Kapitalerträge aus Drittstaaten wird auf 10 Jahre angepasst.
  • Ein Strafverfahren kann auch dann wieder aufgenommen werden, wenn es bereits abgeschlossen ist und sich später herausstellt, dass die Angaben der Selbstanzeige unrichtig waren.

Ihr Rechtsanwalt für Steuerstrafrecht in Hamburg:

Thomas Krüger
Rechtsanwalt,
Fachanwalt für Steuerrecht

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Die Selbstanzeige ist an keine Form gebunden.

Dennoch raten wir, eine solche nicht selbst abzugeben, etwa auf einem bloßen Blatt Papier mit handschriftlichen Ergänzungen. Im Zusammenhang mit der Erstattung einer Selbstanzeige gibt es eine Vielzahl von Problemfeldern, dies insbesondere in Bezug auf die Prüfung des Inhalts einer solchen Selbstanzeige und damit die erforderlichen nachzuerklärenden Jahre. Individuelle Sachverhalte erfordern die Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Unsere Kanzlei bietet Ihnen verlässliche und professionelle Hilfe. Unser Dienstleistungsangebot umfasst folgende Leistungen:

  • Steuerrechtliche Gestaltungsberatung
  • Führung von Finanzgerichtsprozessen
  • Beratung bei Betriebsprüfung und Steuerfahndung
  • Compliance Beratung – Richtlinien und Konzepte zur Vermeidung strafrechtlicher Risiken in Unternehmen
  • Selbstanzeige und Nacherklärung
  • Betreuung von Privatpersonen, Unternehmen und Banken

Gern unterbreiten wir Ihnen ein unverbindliches Angebot. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.