Bei der Wiedereingliederung von langzeiterkrankten Beschäftigten stellen sich viele arbeitsrechtliche sowie sozialrechtliche Fragen. Dabei ist die Hilfe vom Gesetzgeber nur spärlich. Um effektiv im Wiedereingliederungsfall handeln zu können, ist es daher ratsam Checklisten und Richtlinien zu entwickeln, die dem eigenen Unternehmen und den rechtlichen Erfordernissen aus Gesetzgebung und Rechtsprechung gerecht werden, obwohl dies formaljuristisch nicht gefordert ist.

Bei der Entwicklung von Checklisten und Richtlinien sind die sozialrechtlichen und arbeitsrechtlichen Gegebenheiten aus den Bereichen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EntgFG), der Sozialgesetzbücher (insbesondere das SGB IX), des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG) und auch des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) zu beachten. Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Fallkonstellationen und diverser Regelungen die trotz bestehender Krankheit und anschließender Rehabilitation Anwendung finden, ist die Notwendigkeit von eindeutigen Prüfschemata sowohl in großen und mittleren Unternehmen, als auch in kleinen Betrieben gegeben.

In Unternehmen, die einen Betriebsrat haben, ist dieser von Anfang an dieser zu informieren (§ 84 Abs. 2 SGB IX) und in der Entwicklung von Maßnahmen einzubeziehen. Über die entwickelten Checklisten und Richtlinien kann eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen werden, um die Wiedereingliederung partnerschaftlich zu betreiben. Sollte es für einen zurückgekehrten Mitarbeiter selbst durch Fortbildung (Qualifizierung) keine Möglichkeit geben, einen Arbeitsplatz im Unternehmen einzunehmen, könnte auch eine Kündigung notwendig sein. Für eine derartige Kündigung müssen aber sämtliche rechtlichen Voraussetzungen vorliegen.